Reinigungsplan für Gastronomiebetriebe: Wer reinigt was womit?

In jeder Küche gibt es dieselbe Grauzone: Die Theke wird mehrmals täglich gewischt, die Dunstabzugshaube erst, wenn es auffällt. Ein Reinigungsplan löst das – nicht als Bürokratie, sondern als klare Zuordnung, wer wann welche Fläche mit welchem Mittel bearbeitet. Dieser Leitfaden zeigt ein Arbeitsraster, das Sie an Ihren Betrieb anpassen können.

Vorweg: Welche Vorgaben für Ihren Betrieb verbindlich sind, legt Ihr zuständiges Veterinär- oder Lebensmittelüberwachungsamt fest. Das Folgende ersetzt diese Vorgaben nicht – es hilft dabei, sie praktisch umzusetzen.

Die Regel für jedes neue Mittel: vorher an einer Stelle testen

Bevor ein Reiniger das erste Mal auf eine Fläche kommt: an einer unauffälligen Stelle auftragen, eine Minute beobachten, dann entscheiden. Das gilt für jede Arbeitsplatte, jede Fliese und jedes Gerät, dessen Material Sie nicht sicher kennen. Eine Minute Kontrolle ist billiger als eine fleckige Theke.

Nach Häufigkeit sortieren, nicht nach Raum

Ein Plan, der nach Räumen gegliedert ist, wird in der Hektik nicht gelesen. Praktikabler ist die Sortierung nach Takt: Was passiert nach jeder Schicht, was wöchentlich, was monatlich?

Nach jeder Schicht

  • Arbeitsflächen, Theke, Griffe und Kontaktflächen – hier zählt, dass die Fläche schnell wieder benutzbar ist. Ein Alkoholreiniger trocknet rückstandsfrei ab, ein Nachspülen entfällt. Dosierung laut Produktangabe 150 ml auf 8 Liter Wasser für die Zwischenreinigung, bis 300 ml bei stärkerer Verschmutzung.
  • Böden im Gastraum und in der Küche – Allzweckreiniger als Konzentrat, auf Fliesen und Kunststoffbelägen.
  • Spülbereich – Becken und Abtropfflächen.

Wöchentlich

  • Grillrost, Herdplatten, Backofen – Grillreiniger, laut Etikett unverdünnt aufsprühen, einwirken lassen, gründlich mit Wasser abspülen. Bei starken Verkrustungen den Vorgang wiederholen, statt mit Kraft zu schrubben.
  • Sanitärbereich gründlich – Sanitärreiniger gegen Kalk und Urinstein, laut Etikett 1:10 mit kaltem Wasser (100 ml auf 1 Liter).
  • Kühlraumgriffe, Türen, Lichtschalter – die Flächen, die jeder anfasst und niemand sieht.

Monatlich oder nach Bedarf

  • Dunstabzugshaube und Fettfilter – siehe die eigene Anleitung dazu; vorher am Filter testen.
  • Fritteuse – Fettablagerungen im Becken.
  • Fugen und Bodenabläufe – dort setzt sich ab, was beim täglichen Wischen mitgeschwemmt wird.

Welches Mittel wofür

BereichMittelDosierung laut Etikett
Theke, Griffe, GlasflächenAlkoholreiniger150–300 ml auf 8 Liter
Böden, Arbeitsflächen allgemeinAllzweckreinigerKonzentrat, nach Verschmutzung
Grill, Backofen, HerdGrillreinigerunverdünnt
WC, Urinale, WaschbeckenSanitärreiniger1:10 (100 ml auf 1 Liter)

Vier Mittel decken den Küchen- und Gastbereich ab. Mehr Produkte bedeuten vor allem mehr Lagerplatz und mehr Verwechslungsgefahr.

Worauf es bei der Umsetzung ankommt

  • Säure und Lauge nie mischen. Der Sanitärreiniger ist stark sauer, Grill- und Spezialreiniger sind stark alkalisch. Nacheinander auf derselben Fläche nur mit gründlichem Spülen dazwischen.
  • Nicht auf säureempfindlichen Materialien. Marmor, Kalkstein und Emaille verträgt der Sanitärreiniger nicht.
  • Entzündbares getrennt lagern. Der Alkoholreiniger ist entzündbar – weg von Herd, Fritteuse und Zündquellen, Gefäß dicht verschlossen.
  • Schutzausrüstung bereitlegen. Handschuhe und Augenschutz gehören an den Platz, wo die Konzentrate stehen – nicht ins Büro.

Den Plan praktisch machen

Ein Plan funktioniert, wenn drei Dinge draufstehen: Fläche, Takt, Mittel samt Dosierung. Hängen Sie ihn dort auf, wo gearbeitet wird, nicht im Büro. Wer abzeichnet, sieht auf einen Blick, was offen ist – und neue Mitarbeiter brauchen keine Einweisung für die Routine.

Für die Dosierung aller Konzentrate finden Sie die Werte gesammelt in unserer Verdünnungstabelle.

Häufige Fragen

Reicht ein Mittel für alles?

Nein. Kalk im Sanitärbereich braucht ein saures Mittel, eingebranntes Fett ein alkalisches – ein Produkt kann nicht beides. Vier abgestimmte Mittel sind in der Praxis das Minimum.

Lohnen sich 10-Liter-Konzentrate für einen kleinen Betrieb?

Das hängt vom Verbrauch ab. Konzentrate werden erst vor Ort angesetzt – Sie zahlen also weder Wasser noch Verpackung mit. Je nach Produkt ergibt ein 10-Liter-Kanister zwischen 110 und 410 Liter gebrauchsfertige Lösung.

Wie oft muss die Dunstabzugshaube gereinigt werden?

Das hängt davon ab, wie viel gebraten und frittiert wird. Als Anhaltspunkt: Zeigt sich beim Fingerdruck auf den Filter ein Abdruck, ist es Zeit.

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