Wer Konzentrate statt Fertigreiniger verwendet, spart Geld, Lagerplatz und Verpackungsmüll – vorausgesetzt, das Mischverhältnis stimmt. Und genau da liegt der häufigste Fehler: Nicht jedes Konzentrat wird gleich angesetzt. Der Grillreiniger wird unverdünnt aufgesprüht, der Allzweckreiniger mit 1 bis 3 Tassen je 8-Liter-Eimer angesetzt, der R3 zwischen 1:3 und 1:40 – die Unterschiede reichen um mehr als das Zehnfache. Diese Übersicht zeigt für jedes Schulz-Konzentrat die Herstellerangabe, was ein 10-Liter-Kanister damit ergibt und worauf Sie beim Ansetzen achten müssen.
Mischverhältnisse aller Konzentrate im Überblick
| Konzentrat | Verhältnis | Praktisch | Anwendung |
|---|---|---|---|
| Sanitärreiniger | 1:1 bis 1:10 | 100 ml auf 1 L (1:10) bis gleiche Teile (1:1) | Kalk, Urinstein, Seifenreste auf säurebeständigen Flächen |
| Glasreiniger | 50–100 ml | 50–100 ml je Fensterreinigung (kein festes Verhältnis) | Fenster, Spiegel, Glasvitrinen, Glastische |
| Allzweckreiniger | 1–3 Tassen | 100–300 ml auf 8 L Wasser | Fliesen, Laminat, Kunststoff, Arbeitsflächen |
| Grillreiniger | unverdünnt | Direkt aufsprühen, nicht verdünnen | Fett und Ruß – bei eingebrannten Verkrustungen einwirken lassen, abspülen, Vorgang wiederholen |
| Werkstattreiniger (Hydromat N) | 1:10 | 100 ml auf 1 L Wasser | Über den Reinigungsmittelbehälter des Hochdruckreinigers |
| Alkoholreiniger | 150–300 ml auf 8 L | je nach Verschmutzung | Glas, Spiegel, Kunststoff, Geräte – trocknet rückstandsfrei ab |
| R3 Alkalischer Spezialreiniger | 1:3 bis 1:40 | 25 ml auf 1 L (1:40) bis 1 Teil auf 3 Teile Wasser (1:3) | Öl, Fett und Produktionsrückstände an Maschinen und Hallenböden |
Bei besonders starken Verschmutzungen kann jedes dieser Konzentrate laut Hersteller auch unverdünnt eingesetzt werden – dann gelten die Sicherheitshinweise weiter unten in vollem Umfang. Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem Etikett Ihres Gebindes.
Was ein 10-Liter-Kanister tatsächlich ergibt
Der Kanisterpreis allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, wie viel gebrauchsfertige Lösung daraus entsteht – und da liegen zwischen den Produkten Welten:
| Konzentrat | Ergibt aus 10 Litern |
|---|---|
| Allzweckreiniger (1–3 Tassen auf 8 L) | rund 270 bis 800 Liter |
| Sanitärreiniger (bei 1:10) | bis zu 110 Liter |
| Werkstattreiniger (bei 1:10) | rund 110 Liter |
| Glasreiniger (50–100 ml je Reinigung) | rund 100 bis 200 Fensterreinigungen |
| Grillreiniger (unverdünnt) | 10 Liter gebrauchsfertig |
| R3 Alkalischer Spezialreiniger (bei 1:40) | bis zu 410 Liter |
| Alkoholreiniger (150–300 ml auf 8 L) | bis zu 500 Liter |
Ein Konzentrat, das sehr hoch verdünnt wird, ist pro Liter Reinigungslösung um ein Vielfaches günstiger – auch wenn beide Kanister ähnlich viel kosten. Rechnen Sie deshalb nicht mit dem Kanisterpreis, sondern mit dem Preis pro Liter Gebrauchslösung.
Warum sich die Verhältnisse unterscheiden
Die Zahl folgt nicht der Wirkstärke, sondern der Aufgabe. Der R3 Spezialreiniger ist für Reinigungsautomaten und große Hallenflächen ausgelegt – dort wird viel Flüssigkeit bewegt, entsprechend hoch ist die Verdünnung. Der Alkoholreiniger arbeitet auf glatten Flächen, die schnell wieder benutzbar sein sollen, und wird deshalb ebenfalls dünn angesetzt. Der Sanitär- und der Werkstattreiniger liegen mit 1:10 dazwischen.
Praktische Konsequenz: Die Spanne beim R3 reicht laut Etikett von 1:3 bis 1:40 – wer grundsätzlich die stärkste Mischung ansetzt, verbraucht bis zum Dreizehnfachen an Konzentrat. Das kostet unnötig Produkt und belastet Oberflächen stärker als nötig – und bringt bei einem stark alkalischen Reiniger keinen zusätzlichen Nutzen.
So dosieren Sie richtig
- Wasser zuerst, Konzentrat danach. Erst die benötigte Wassermenge in den Eimer, dann das Konzentrat zugeben – das reduziert Spritzer und Schaumbildung.
- Kaltes Wasser verwenden. Der Hersteller gibt für die Konzentrate kaltes Wasser an.
- Messbecher statt Augenmaß. Ohne Messhilfe wird aus der angegebenen Menge schnell die doppelte oder die halbe. Ein einfacher Messbecher am Putzwagen ist die günstigste Qualitätssicherung, die es gibt.
- Dosierung einhalten. Zu hoch angesetzt neigen die Lösungen zu Streifenbildung – mehr Konzentrat bedeutet nicht automatisch mehr Sauberkeit.
- Frisch ansetzen. Verdünnte Lösung möglichst zeitnah verbrauchen, statt sie tagelang im Eimer stehen zu lassen.
Sicherheitshinweise, die für alle Konzentrate gelten
- Beim Umgang mit unverdünntem Konzentrat grundsätzlich Handschuhe tragen.
- Bei alkalischen Produkten (Grillreiniger, R3 Spezialreiniger, Allzweckreiniger) und beim stark sauren Sanitärreiniger zusätzlich Augenschutz verwenden.
- Niemals verschiedene Reiniger mischen – insbesondere keine sauren mit chlorhaltigen Produkten. Dabei kann Chlorgas entstehen. Wenn Sie zwei Mittel nacheinander einsetzen, dazwischen gründlich mit klarem Wasser spülen.
- Glas- und Alkoholreiniger enthalten Reinigungsalkohole und sind entzündbar: von offenen Flammen und Wärmequellen fernhalten, Gebinde dicht verschlossen halten.
- Bei Naturstein, empfindlichen Kunststoffen oder unbekannten Oberflächen immer zuerst an unauffälliger Stelle testen.
- Reinigungslösung nicht antrocknen lassen, sondern gründlich mit Wasser nachspülen.
- Die vollständigen Gefahrenhinweise sowie H- und P-Sätze stehen im Sicherheitsdatenblatt, das auf jeder Produktseite verlinkt ist.
Die vier häufigsten Dosierfehler
- Ein Verhältnis für alles. Der häufigste Fehler überhaupt – und der Grund für diese Tabelle.
- Nach Gefühl schütten. Der Verbrauch steigt spürbar, ohne dass das Ergebnis besser wird.
- Konzentrat pur auf empfindliche Flächen sprühen. Erhöht das Risiko von Schlieren und Materialschäden unnötig.
- Ohne Einwirkzeit arbeiten. Vor allem beim Grillreiniger: Die Kruste löst sich chemisch, nicht durch Schrubben.
Häufige Fragen
Kann ich alle Konzentrate im selben Verhältnis mischen?
Nein, und die Unterschiede sind groß: Der Grillreiniger wird unverdünnt angewendet, der Allzweckreiniger mit 1 bis 3 Tassen je 8-Liter-Eimer, der Sanitärreiniger zwischen 1:1 und 1:10, der R3 zwischen 1:3 und 1:40, der Alkoholreiniger mit 150–300 ml auf 8 Liter Wasser. Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem Etikett.
Was bedeutet 1:10 genau?
Ein Teil Konzentrat auf zehn Teile Wasser – also 100 ml Konzentrat auf 1 Liter Wasser oder 1 Liter Konzentrat auf 10 Liter Wasser im Eimer.
Wie viel Reinigungslösung ergibt ein 10-Liter-Kanister?
Das hängt vom Produkt ab: beim Allzweckreiniger 270 bis 800 Liter, beim Sanitär- und Werkstattreiniger bei 1:10 rund 110 Liter, beim R3 bis zu 410 Liter, beim Alkoholreiniger bis zu 500 Liter. Der Grillreiniger wird unverdünnt angewendet – zehn Liter bleiben zehn Liter.
Darf ich das Konzentrat unverdünnt verwenden?
Bei besonders starken Verschmutzungen ist das laut Hersteller möglich. Tragen Sie dabei Handschuhe und Augenschutz, testen Sie empfindliche Oberflächen vorab und spülen Sie anschließend gründlich mit klarem Wasser nach.
Warm oder kalt anmischen?
Der Hersteller gibt für die Konzentrate kaltes Wasser an.
Wo finde ich die Sicherheitsdatenblätter?
Diese sind auf jeder Produktseite verlinkt und enthalten die vollständigen Gefahrenhinweise sowie H- und P-Sätze.
Passendes Konzentrat finden
Eine Übersicht aller 10-Liter-Konzentrate finden Sie in der Kategorie Industriereiniger. Wenn Sie regelmäßig größere Mengen benötigen, gibt es die Konzentrate im Bereich Geschäftskunden auch als 60er-Palette.