Urinal reinigen & Urinstein entfernen im Gewerbe

Urinale sind in Gastronomie, Hotel, Büro und Fitnessstudio die Stelle, an der Gäste am schnellsten urteilen. Gelbliche Ränder, ein grauer Belag im Becken und Geruch, der trotz Duftstein nicht verschwindet – dahinter steckt fast immer Urinstein. Mit normalem Reiniger bekommen Sie ihn nicht weg. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Urinale im Betrieb richtig reinigen, Urinstein lösen und ihn gar nicht erst entstehen lassen.

Was ist Urinstein – und warum hilft normaler Reiniger nicht?

Urinstein ist eine mineralische Ablagerung: Mineralien aus dem Urin verbinden sich mit dem Kalk aus dem Spülwasser und setzen sich als harte Schicht ab. Darin hängen Gerüche und Bakterien fest – deshalb riecht ein Urinal mit Urinstein auch direkt nach der Reinigung noch.

Weil Urinstein mineralisch ist, löst ihn nur ein saurer Reiniger. Allzweck- oder Glasreiniger wischen die Oberfläche sauber, der Belag bleibt. Der Schulz Sanitärreiniger arbeitet auf Phosphorsäurebasis (pH-Wert ca. 1) und löst Kalk und Urinstein direkt an der Oberfläche an, sodass sie sich abspülen lassen.

Urinal reinigen – Schritt für Schritt

  1. Schutzausrüstung anlegen. Schutzhandschuhe und Augenschutz – der Reiniger kann schwere Augenschäden verursachen.
  2. Lösung ansetzen. Für die laufende Reinigung den Sanitärreiniger laut Etikett 1:10 mit kaltem Wasser mischen (100 ml auf 1 Liter Wasser). Bei sichtbarem Urinstein stärker dosieren – bis zu gleichen Teilen Konzentrat und Wasser (1:1).
  3. Auftragen. Die Mischung auf ein Reinigungstuch geben und das Becken gleichmäßig abwischen – Rand, Innenfläche und den Bereich um den Ablauf. Bei besonders starken Ablagerungen kann das Konzentrat laut Etikett auch unverdünnt auf das Tuch gegeben werden.
  4. Abspülen. Urinal spülen, damit gelöste Rückstände abfließen.
  5. Nachpolieren. Außenflächen und Armaturen mit einem trockenen Tuch nachwischen oder an der Luft trocknen lassen.

Hartnäckiger, über Monate gewachsener Urinstein löst sich selten in einem Durchgang. Wiederholen Sie die Behandlung, statt mit Scheuermitteln oder Spachteln zu kratzen – Kratzer in der Keramik sind die nächste Stelle, an der sich Urinstein festsetzt.

Welche Materialien vertragen den Reiniger?

Geeignet ist der Sanitärreiniger laut Hersteller für WC-Becken und Urinale, Waschbecken und Duschwannen, säurebeständige Fliesen und Fugen sowie Duschkabinen. Eine Metallschutz-Formel mit Korrosionsinhibitoren schont Armaturen und Metallteile bei sachgemäßer Anwendung.

Nicht geeignet ist er für Marmor, Kalkstein, Emaille und andere säureempfindliche Materialien. Steht das Urinal auf einem Natursteinboden oder ist die Wand mit Naturstein verkleidet, schützen Sie diese Flächen. Wie bei jedem Reiniger gilt: zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.

Reinigungsplan für Betriebe

Urinstein wächst jeden Tag ein Stück. Wer regelmäßig reinigt, muss selten grundreinigen – das spart Zeit und Reiniger. Bewährt hat sich:

  • Täglich: Unterhaltsreinigung mit der 1:10-Lösung – Becken, Rand, Druckspüler.
  • Bei ersten Belägen: stärker dosieren und gezielt den Bereich um den Ablauf behandeln.
  • Bei starkem Urinstein: Grundreinigung bis 1:1, bei Bedarf wiederholen.

Bei einer Verdünnung von 1:10 ergibt der 10-Liter-Kanister bis zu 110 Liter gebrauchsfertige Reinigungslösung – im Dauereinsatz deutlich günstiger als Sprühflaschen aus dem Supermarkt.

Die häufigsten Fehler

  • Säure und Chlor mischen. Saure Reiniger niemals mit chlorhaltigen Reinigern (z. B. Chlorbleiche) zusammen anwenden – dabei kann giftiges Chlorgas entstehen. Nacheinander nur mit gründlichem Spülen dazwischen.
  • Mit Duftsteinen gegen Geruch kämpfen. Der Duft überdeckt nur – der Geruch sitzt im Urinstein und verschwindet erst, wenn der Belag weg ist.
  • Kratzen statt lösen. Spachtel und Scheuermittel rauen die Oberfläche auf; dort setzt sich neuer Urinstein noch schneller fest.
  • Ohne Handschuhe und Augenschutz arbeiten. Spritzer beim Wischen sind schnell im Auge.

Sicherheit

Der Sanitärreiniger trägt das Signalwort „Gefahr“ und das Piktogramm GHS05 (Ätzwirkung): H318 – verursacht schwere Augenschäden. Tragen Sie Schutzhandschuhe und Augenschutz (P280). Bei Kontakt mit den Augen einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen, vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen und weiter spülen (P305+P351+P338); sofort Giftinformationszentrum oder Arzt anrufen (P310). Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Alle Angaben und das Sicherheitsdatenblatt finden Sie auf der Produktseite.

Häufige Fragen

Hilft Essig oder Zitronensäure gegen Urinstein?

Bei leichten, frischen Belägen etwas – beide sind schwache Säuren. Gegen dicken, über Wochen gewachsenen Urinstein brauchen sie sehr lange und viele Durchgänge. Im Betrieb, wo täglich viele Urinale zu reinigen sind, ist ein Sanitärreiniger auf Phosphorsäurebasis deutlich schneller.

Was mache ich mit Urinstein im Ablauf und Siphon?

Die regelmäßige Reinigung um den Ablauf herum verhindert, dass sich Urinstein nach innen aufbaut. Ist der Ablauf bereits zugesetzt und das Wasser läuft schlecht ab, gehört das in die Hand eines Sanitärbetriebs.

Und bei wasserlosen Urinalen?

Wasserlose Urinale arbeiten mit Sperrflüssigkeit oder Kartusche. Halten Sie sich dort strikt an die Reinigungsvorgaben des Herstellers – manche Systeme dürfen keinen Reiniger in den Ablauf bekommen.

Kann ich damit auch WC, Dusche und Fliesen reinigen?

Ja. WC-Becken, Waschbecken, Duschwannen, Duschkabinen und säurebeständige Fliesen gehören zum Einsatzbereich – mehr dazu im Ratgeber Kalkflecken und Urinstein im Bad entfernen.

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